* Stiftung Warentest warnt vor Ärger am Zoll
* BVJ rät Urlaubern zu „gesunder Skepsis“ bei Schmuck und Uhren
* Zoll verstärkt Fahndung nach Produktpiraterie und Steuersündern
Vor dem Beginn der Sommerferien in den ersten Bundesländern rät der Bundesverband der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte (BVJ) den Reisenden, die „gesunde Skepsis“ mit einzupacken. Beim Kauf von Schmuck und Uhren am Urlaubsort drohen zahlreiche Fallstricke, durch die das vermeintliche Schnäppchen teuer wird. Dies bestätigt auch die Stiftung Warentest in einem ausführlichen Bericht in „test“ Ausgabe 6/2008. Unter dem Titel „Teure Rückkehr“ warnt „test“ vor den Risiken von Urlaubsschnäppchen und Ärger am Zoll bei der Rückreise.
Karl-Eugen Friedrich, BVJ-Vorstandsvorsitzender: „Die lockere Urlaubsatmosphäre verführt und mancher Kunde begeht aus Leichtsinn Fehler, die ihm zu Hause nie unterlaufen würden. Auch der Dollar-Kurs verleitet dazu, Markenprodukte außerhalb von Europa zu kaufen – Steuer und Zollgebühren werden bei dieser Rechnung leicht vergessen, von der Produktqualität und Problemen bei Gewährleistung ganz abgesehen. Bei vermeintlich billigen Luxusartikeln gilt erhöhte Vorsicht, aber auch bei den Angaben zum Material und dem angeblichen Wert. Die Echtheit kann ein Laie in der Regel nicht selbst überprüfen – wenn man die Täuschung erst nach der Rückkehr feststellt, ist es zu spät.“ Viele Kunden werden nach BVJ-Erfahrung am Urlaubsort über den Tisch gezogen. Friedrich: „Wenn es sich um eine Investition in der Größenordnung eines guten Abendessens handelt, kann man das vielleicht noch verschmerzen. Alles andere sollte man sich im wahrsten Wortsinn ersparen.“
In der Juni-Ausgabe warnt „test“ in einem zweiseitigen Beitrag in der Rubrik Geld+Recht vor vermeintlichen Urlaubsschnäppchen: „Plagiate sind qualitativ der Markenware meist weit unterlegen. Sie können dafür aber noch sehr viel teurer werden als das Original, wenn ein saftiges Bußgeld fällig wird oder sogar Untersuchungshaft droht.“ Das Magazin weist zudem darauf hin, dass angeblich günstiger Gold- und Silberschmuck in den seltensten Fällen wirklich günstig ist, Verbraucher würden über Qualität und den wahren Wert im Zweifel getäuscht.
Die drohenden Kostenfallen sind ebenso vielfältig wie teuer: Bußgelder bei Verstoß gegen das Artenschutzabkommen können beispielsweise schnell vierstellig werden, die Verletzung der Markenrechte kann in einzelnen Ländern fünfstellige Euro-Beträge kosten. Wer Waren aus Nicht-EU-Ländern mitbringt, muss bei der Einreise Einfuhrumsatzsteuer – in der Regel 19 Prozent – entrichten. Bei Einfuhren ab 175 Euro Einkaufswert werden zudem Zollabgaben erhoben. Und: Im Zweifel ist das gekaufte Urlaubsschnäppchen auf der Stelle weg. Joachim Dünkelmann, Geschäftsführer des BVJ: „Bei Fälschungen kommt es weder auf das Wissen noch das Verschulden des Urlaubers an – der Zoll beschlagnahmt das Plagiat, erhebt trotzdem die Einfuhrumsatzsteuer und verständigt den geschädigten Rechteinhaber. Der Originalhersteller leitet in aller Regel juristische Schritte ein. Neben jeder Menge Ärger kommen dann auch noch Anwaltskosten auf den Heimkehrer zu.“ Der Zoll habe seine Fahndung nach Produktpiraten und Steuersündern deutlich verstärkt, die Fahndungsraster werden mittlerweile grenzübergreifend in Europa koordiniert. Dünkelmann: „Zollbeamten kennen die typischen Produkte aus den unterschiedlichen Urlaubsländern und suchen gezielt danach. Die Wahrscheinlichkeit, mit einer Fälschung bei der Wiedereinreise durchzukommen, ist ein reines Glücksspiel.“
Diese Pressemitteilung als pdf-Datei finden Sie hier
.
Logos und Bildmaterial finden Sie hier.
Weitere Informationen und Quellen:
* Magazin „test“ Ausgabe 6/2008, Stiftung Warentest, www.test.de
* Zoll-Infocenter, Telefon (069) 469976-00, E-Mail: info@zoll-infocenter.de,
Internet: www.zoll.de
* Bundesministerium der Finanzen, Internet: www.bundesfinanzministerium.de
* Bundesamt für Naturschutz (BfN), Telefon (0228) 8491-0, E-Mail: pbox-bfn@bfn.de, Internet: www.bfn.de
* Informationen über geschützte Tiere und Pflanzen, Internet: www.artenschutz-online.de
* BVJ-Mitteilungen zum Thema / Internet: www.bv-juweliere.de:
Teures Schnäppchen als Urlaubssouvenir (04.07.2007)
Augen auf beim Urlaubskauf (22.06.2006)
Der Bundesverband der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte e.V. (BVJ) ist die berufspolitische und fachliche Interessenvertretung des Fachhandels der Branche in Deutschland. Der Verband vertritt die Interessen von über 9.000 Einzelhandelsunternehmen. Der BVJ gehört zum Fachbereich Technik der Einzelhandelsorganisation und ist dem Hauptverband des Deutschen Einzelhandels e.V. (HDE) angeschlossen.
Weitere Informationen bei:
Bundesverband der Juweliere,
Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte e.V. (BVJ)
Joachim Dünkelmann (Geschäftsführer) Tel. 02 21 / 2 71 66 - 0
E-Mail: bvj@einzelhandel.de
Internet: www.bv-juweliere.de